„Saphirblau“ macht Lust auf Urlaub in Coburg

Filmkulisse Bayern: Warum Coburg für die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier und zahlreiche Kinoproduktionen als ideale Kulisse dient

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MÜNCHEN  Ein Buch, das eigentlich in London spielt, wird in Coburg verfilmt. Wie das funktioniert? Durch die einzigartigen historischen Gebäude und den neugotischen Bebauungsring ist die oberfränkische Residenzstadt der ideale Drehort für die mittlerweile zweite Produktion der erfolgreichen „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier.

Am 14. August 2014 kommt mit „Saphirblau“ die Fortsetzung des Fantasy-Films „Rubinrot“ in die deutschen Kinos. Auch Veronica Ferres, die im Film die Rolle der Grace Shepherd spielt, ist von der Filmstadt überzeugt: „In Coburg haben wir bei Rubinrot und Saphirblau eine sehr gute Infrastruktur mit einem Mix aus Verfügbarkeit, filmischen Mitteln und dem Wohlwollen der Kulturschaffenden vorgefunden, welche die Stadt auch für internationale Produktionen interessant machen. Es liegt mir nicht nur als Schauspielerin besonders am Herzen, dass die Standorte in Bayern in ihrer unglaublichen Vielfalt als Drehorte wahrgenommen werden, sondern seit diesem Jahr auch als Schirmherrin für die Filmkulisse Bayern.“ Die Initiative Filmkulisse Bayern ist ein Gemeinschaftsprojekt der FilmFernsehFonds Bayern, der Bayern Tourismus Marketing GmbH und dem Mediennetzwerk Bayern zur besseren Vernetzung zwischen Film- und Tourismuswirtschaft.

Klappe die erste in den Coburger Schlössern Ketschendorf und Callenberg
Nach der erfolgreichen Premiere des Films „Rubinrot“ im letzten Jahr fiel auch im zweiten Teil der Trilogie die Wahl unter anderem auf die oberfränkische Stadt. Das Coburger Schloss Ketschendorf im Baustil der Neugotik diente als Hauptmotiv für das „Haus Montrose“, dem Wohnsitz der Familie von Hauptdarstellerin Gwendolyn Shepherd, gespielt von Maria Ehrich. Da die jetzige Jugendherberge zurzeit leer steht, hatten die Szenenbildner freie Hand bei der Ausstattung der Räume. Bereits im ersten Teil „Rubinrot“ fanden die Dreharbeiten von „Madame Rossinis Schneideratelier“ in der Schlosskapelle des Coburger Schloss Callenberg statt. Dort bekommen Besucher einen faszinierenden Einblick in die Familiengeschichte einer der bedeutendsten europäischen Adelsdynastien bis zum Ende der Monarchie 1918. Schloss Callenberg ist ganzjährig geöffnet.

Vorhang auf für Schloss Rosenau
Viele Innenaufnahmen zu den Schulszenen der „St. Lennox High“ fanden für den ersten Film der Trilogie im Bayreuther Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium während der Osterferien statt. Der „Kirschblütenball“ im Marmorsaal des Coburger Schlosses Rosenau gedreht. Seit 1990 ist das vorbildlich restaurierte Schloss Rosenau wieder öffentlich zugänglich. Das Museum für modernes Glas in der Orangerie des Schlosses ist das einzige in Deutschland, das sich ausschließlich der zeitgenössischen internationalen Glaskunst zuwendet. Im Rahmen einer knapp einstündigen Führung können alle Räume der beiden unteren Stockwerke und das originale Mobiliar aus der Biedermeierzeit besichtigt werden.

Bühne frei für Schlossgespenster und Leseratten
Für die Außenaufnahmen des Colleges wählte man Schloss Ehrenburg mit seiner neugotischen Fassade und dem dazugehörigen weiträumigen Schlossplatz, der zum „Schulparkplatz“ durch das Aufstellen britischer roter Telefonzellen und Briefkästen umgewandelt wurde. Speziell für Besucher und Buchliebhaber interessant: Die in den letzten Jahrzehnten von Grund auf restaurierte Ehrenburg beherbergt die Landesbibliothek Coburg mit einem Bestand von über 400.000 Bänden; ein Großteil ist als Museum ausgebaut und kann bei Führungen besichtigt werden.

Besonders Kinder werden viel Spaß in der Veste Coburg haben, einer der größten Burganlagen Deutschlands. Denn zusammen mit dem Schlossgespenst gibt es eine abwechslungsreiche Hörführung durch die Räumlichkeiten. Im Film wurde die „Fränkische Krone“ über der Stadt zum Haus der Wächter gemacht. Bereits 1839 hat Herzog Ernst I. einige Räume in der renovierten Veste als Museum öffentlich zugänglich gemacht. Die Sammlungen gehen auf die Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld, ab 1826 von Sachsen-Coburg und Gotha zurück.

Lange Filmtradition in Coburg
Die Theatertradition in Coburg reicht wesentlich länger zurück als bis zur Gründung des Herzoglichen Hoftheaters im Jahre 1827. Bereits im 16. Jahrhundert sind die ersten Aufführungen in Coburg nachzuweisen. Das Landestheater, direkt gegenüber von Schloss Ehrenburg, wurde auch zum Sprungbrett für die professionelle Karriere zahlreicher Schauspieler, darunter auch Veronica Ferres. Die deutsche Schauspielerin und Produzentin aus München ist offizielle Schirmherrin der Filmkulisse Bayern – eine Aufgabe, die sie von Anfang an sehr interessant fand: „Der Gedanke, den Produktionsstandort Bayern zu stärken und mit dem Tourismus zu verbinden ist sehr spannend. Vor allem, wenn dadurch das Kulturgut Film wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt wird.“

Bild oben: Einzigartige historische Gebäude in Coburg © TC Tourismus Coburg

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